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Warum es riskant ist, sich in Verfahren ohne Anwaltszwang von KI vertreten zu lassen

Fachbeitrag im Vertrags- & Zivilrecht

KI vor Gericht: Warum die Selbstvertretung ohne Rechtsanwalt erhebliche Risiken mit sich bringt

In zahlreichen gerichtlichen Verfahren besteht kein Anwaltszwang. Dies führt dazu, dass einige Personen der Ansicht sind, sie könnten sich mithilfe von KI-Tools selbst vertreten und dadurch Zeit oder Kosten einsparen. Doch dieser Eindruck ist missverständlich. Die Realität zeigt, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz im gerichtlichen Schriftverkehr ohne juristische Kontrolle erhebliche Risiken birgt. Die Konsequenzen können weit über das ursprünglich angestrebte Verfahren hinausgehen – in Form von verzögerten Abläufen, kostspieligen Streitwerterhöhungen und rechtlichen Fehlern, die sich im Nachhinein kaum beheben lassen.

Der scheinbar unkomplizierte Pfad – und weshalb er häufig in eine Sackgasse führt

Wer sich auf KI-generierte Schriftsätze verlässt, wählt auf den ersten Blick einen komfortablen Weg. Die Formulierungen erscheinen professionell, die Kosten sind gering und der Aufwand minimal. Doch KI erfasst rechtliche Feinheiten nicht im Sinne eines Rechtsanwalts, sondern erstellt sprachlich ansprechende Inhalte, die in juristischen Verfahren schwerwiegende Folgen haben können. Ein Text, der überzeugend wirkt, ist daher nicht automatisch richtig, vollständig oder strategisch sinnvoll.

Gerichte erwarten präzise Anträge, schlüssige Begründungen sowie die Einhaltung bestimmter Formvorgaben. Bereits kleine inhaltliche Unstimmigkeiten können dazu führen, dass ein Antrag als unzulässig oder unbegründet angesehen wird. Kommt es zu Unklarheiten, Nachbesserungen oder Rückfragen seitens des Gerichts, verlängert sich das Verfahren – und mit der Verlängerung steigen in der Regel auch die Kosten.

Wie KI-Schriftsätze unbeabsichtigt zu höheren Streitwerten führen können

Es gab bereits Fälle, in denen durch KI erstellte Eingaben der Streitwert unerwartet angestiegen ist. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die KI Inhalte produziert, die juristisch inkorrekt, unklar oder übertrieben sind. Wenn ein generiertes Schreiben beispielsweise Ansprüche formuliert, die im ursprünglichen Verfahren gar nicht geltend gemacht werden sollten, kann das Gericht diese Informationen dennoch zur Festsetzung des Streitwerts heranziehen.

Auch übertriebene oder fehlerhaft strukturierte Anträge können das Ausmaß eines Verfahrens erheblich erweitern. Wird etwas beantragt, was in dieser Form nicht üblich oder notwendig ist, oder fehlt eine rechtliche Einordnung, die den Antrag auf das tatsächlich Gewollte einschränkt, führt dies schnell zu einer Ausweitung des Prüfungsumfangs. Das Ergebnis ist ein höherer Streitwert – und ein höherer Streitwert bedeutet: höhere Kosten.

Die Schwierigkeiten werden oft erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Denn der Streitwert wird nicht erst am Ende festgelegt, sondern kann jederzeit im Verlauf des Verfahrens angepasst werden. Ein unüberlegter KI-Schriftsatz, der über das Ziel hinausschießt, bleibt also nicht ohne Folgen.

Verzögerungen im Verfahren: Wenn KI die Situation erschwert

Ein weiteres Problem stellt die zeitliche Verzögerung dar, die durch KI-gestützte Selbstvertretung entstehen kann. Wenn das Gericht Anträge oder Begründungen nicht nachvollziehen kann, zusätzliche Erläuterungen verlangt oder sogar wesentliche Fragen unbeantwortet bleiben, verlängern sich die Bearbeitungszeiten erheblich. Gleichzeitig muss ich Zeit aufwenden, um KI-Generierte Texte zu überarbeiten, auf gerichtliche Rückfragen zu reagieren oder neue Eingaben vorzunehmen.

In einigen dokumentierten Fällen hat genau dieses Hin und Her dazu geführt, dass Verfahren nicht nur verlängert wurden, sondern sich sogar in ihrem Umfang ausgeweitet haben. Dort, wo ein juristisch präziser Schriftsatz ausgereicht hätte, sind mehrere Runden zusätzlicher Eingaben erforderlich geworden – und mit jeder Runde stieg das Kostenrisiko.

Die paradoxe Situation: Was ursprünglich Geld sparen sollte, führt letztlich zu höheren Kosten. Und zwar erheblich höheren.

Warum juristische Fachkenntnis nach wie vor essenziell ist

KI kann zwar Unterstützung bieten, jedoch niemals das juristische Fachwissen ersetzen. Juristische Kompetenz umfasst nicht nur sprachliche Fertigkeiten, sondern auch Erfahrung, strategisches Denken, das Wissen um die aktuelle Rechtsprechung und die Fähigkeit, Risiken einzuschätzen. Ich weiß, wie ein Gericht reagieren wird, wie Streitwerte ermittelt werden, welche Anträge sinnvoll sind und welche Fehler unbedingt zu vermeiden sind.

Für meine Mandanten ist ein professionell geführtes Verfahren oft nicht nur sicherer, sondern auch wirtschaftlich vorteilhafter. Viele Probleme entstehen nicht, weil KI ungenau arbeitet, sondern weil die rechtliche Einordnung fehlt, die verhindert, dass aus einem kleinen Verfahren plötzlich ein großes wird.

Wer denkt, Kosten einsparen zu können, spart oft am falschen Ende.

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FAQ – KI-gestützte Schriftsätze und Selbstvertretung im Gericht

Rein rechtlich betrachtet ist das korrekt. Praktisch gesehen birgt es jedoch Risiken, da KI oftmals juristische Fehler produziert, die kostspielige Konsequenzen nach sich ziehen können.

Da KI Formulierungen nutzt, die über das eigentliche Anliegen hinausgehen, kann das Gericht daraus einen erweiterten Prüfungsrahmen ableiten, der zu einer Erhöhung des Streitwerts führt.

Lediglich an der Oberfläche. Ich erkenne keine feinen rechtlichen Differenzen, keine Strategie und keine aktuellen Entwicklungen in der Rechtsprechung.

In der Folge kommt es zu Verzögerungen. Eine unklare Situation führt zu Nacharbeiten, die sowohl das Verfahren verlängern als auch kostenintensiver gestalten können.

Häufig nur begrenzt. Einige Fehler haben einen dauerhaften Einfluss auf den Streitwert oder den Verlauf des Verfahrens.

In zahlreichen Fällen ist das zutreffend. Es existieren bereits dokumentierte Fälle, in denen Betroffene durch KI-generated Schriftsätze erheblichen Schaden erlitten haben.

Ja. Sollte die KI Formulierungen verwenden, die den Anschein weitergehender Forderungen erwecken, kann das Gericht diese als Bestandteil des Verfahrens betrachten.

Künstliche Intelligenz erzeugt Sprache, ich als Rechtsanwalt hingegen formuliere rechtliche Argumentationen. Das stellt einen wesentlichen Unterschied dar.

Ja – insbesondere wenn ich Kostenrisiken reduzieren möchte. Was zunächst wie eine Einsparung erscheint, kann sich sonst häufig als teurer herausstellen.

Juristische Kontrolle ist unerlässlich. KI kann hilfreich sein, jedoch können strategische Entscheidungen, Risikoabwägungen und korrekte Anträge nur von einem Menschen mit juristischer Ausbildung getroffen werden.

Rechtsgebiet

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